final(e)

Oktober 4, 2008

hier in bangkok endet nun also nach knapp 70 tagen unsere grosse runde. wie war es? wir haben es geliebt, haben gelitten, haben uns gefreut und manches auch verflucht.

reisen ist ein katalysator für veränderungen. auch wenn man sich als paar noch so gut zu kennen glaubt, entdeckt man noch diverse neue seiten am anderen. und natürlich auch an einem selbst. vieles, vor dem mir graute, war halb so schlimm, und dinge, die ich im vornherein als harmlos betrachtete, stellten sich als wahre herausforderungen und grenzerfahrungen heraus.

alles in allem: aufgrund seiner unendlichen vielfalt – kultur, natur, spiritualität, romantik, aber auch pures abenteuer und nicht zuletzt das essen, das es uns angetan hat – wird asien auch in zukunft in keinster weise ‘erledigt’ und ‘abgehakt’ sein, sondern immer gegenstand unserer SEHNSUCHT bleiben.

surreal

Oktober 1, 2008

unsere letzten strandtage verbringen wir wie schon gesagt auf ko phi phi, in unserer kleinen bucht. die umgebung ist oft so schoen, dass es surreal erscheint. als wir hier in bangkok unsere fotos aus diesen tagen am pc betrachten (siehe die kleine auswahl unten, schnorcheltour und relaxen in der carpe diem (!) bar), muessen wir uns gegenseitig bestaetigen, dass es real wirklich so schoen war, und wir uns nicht nur in bangkok vor eine (kitschige) foto-tapete gesetzt haben.

allerdings lassen wir mit dem strand und dem meer nicht nur die natur, die schoenheit und das einfache leben zurueck, sondern auch vieles auf das wir tatsaechlich verzichten koennen. wir freuen uns darauf, wieder alles essen zu koennen (ohne mit hoher wahrscheinlichkeit durchfall zu bekommen, auch wenn das essen wirklich sehr lecker ist), wir freuen uns darauf, schlafen zu koennen, ohne mit riesenspinnen, tausenden ameisen, boese beissenden hundertfuesslern (die tun sehr weh, kann ich euch aus erfahrung sagen, aenhlich einem skorpionbiss), echten skorpionen, schlangen, kakerlaken, moskitos etc. rechnen zu muessen. allerdings werden uns die affen (und fabio auch die fische) und die vielzahl an schmetterlingen ueberall wirklich fehlen. ueberhaupt die sommernatur und der dschungel.

immerhin ist bangkok halb so schlimm wie erwartet. es ist jetzt schon unser dritter aufenthalt hier, und wenn man sich an die asiatische lebensweise und das klima gewoehnt hat, ist sogar diese grossstadt ganz gut zu ertragen. shopping, sushi und sehenswuerdigkeiten lassen die letzten tage wie im flug vergehen. und der gedanke an die lieben daheim, insbesondere mein neues neffenkind machen den abschied nun wirklich viel leichter. wir freuen uns so sehr.

wehmut

September 26, 2008

seit gestern schleichen sich wehmut und abschiedsschmerz in unsere herzen und mitunter auch ein paar traenen in meine augen. ihr wisst ja, wie schlecht ich im abschied nehmen bin. nicht, dass wir uns nicht unglaublich auf unser zuhause und alles, was dazu gehoert sehr freuen. das steht ausser frage. auch wenn die aussicht, bald erstmal in den moloch bangkok zurueck zu muessen (wo die gefahr besteht, dass all die erlangte ruhe und schoenheit erstmal von tausenden anderen eindruecken ueberdeckt werden), um von dort zurueck ins kalte deutschland zu fliegen (heute ist einer unserer heissesten tage ueberhaupt hier) unsere vorfreude nicht gerade bestaerkt, ueberwiegt natuerlich letztlich doch die ANZIEHUNGSKRAFT all der sehnlichst vermissten menschen und dinge.

und trotzdem fuehlen wir uns als seien wir ewig unterwegs gewesen und als koennte es noch eine ganze weile so weitergehen. DENN ASIEN (sprich die laender, die menschen, das essen, die wunderschoenen abwechslungsreichen landschaften – der bergige norden und jetzt hier die bilderbuchbuchten -, das entspannte, einfache leben, die waerme, die gerueche, die liebe zum detail) HAT UNS INFIZIERT. und sri lanka, malaysia, indonesien, indien, nepal, vietnam, myanmar, … waeren sicherlich genauso einer reise wert.

momentan verbringen wir unsere letzten tage auf ko phi phi, einer eigentlich sehr touristischen insel (bei dieser schoenheit aber auch kein wunder). doch wir haben im aoh poh resort (unter der leitung des franzoesischen philippe) ein letztes PARADIES gefunden, eine winzige bucht fernab von all dem trubel, den parties und den tagestouristenmassen, die auf ihren ausfluegen per boot von phuket kommen.

diese insel ist auch der ort, an dem wir nun doch noch mit dem tsunami und dessen folgen konfrontiert werden, denn hier richtete die welle besonders viel schaden an (fast 700 tote und nochmal soviel vermisste auf so einer kleinen insel). kein wunder also, dass all der schmerz noch sehr praesent ist. doch wenn man am strand im sand sitzt und auf das glasklare wasser schaut, kann man sich nur schwer vorstellen, dass so eine zerstoererische kraft diesen ort heimgesucht hat…

apropos heimsuchen. das ist auch unser plan. und wenn alles gut geht, haben wir es in einer knappen woche auch schon wieder gefunden…

strandgut

September 22, 2008

die kletterfelsen von krabi bei ebbe

longtailbootausflug zu wunderschoenen straenden

wehmuetiger abschied vom tonsai beach am fruehen morgen

der ausblick von unserem bungalow auf ko phi phi (jeden morgen mit so einem ausblick aufzuwachen, macht einen wirklich sehr sehr gluecklich)…

und so denke ich darueber nach als seestern getarnt einfach hier zu bleiben…

zugegeben…

September 14, 2008

es ist sehr ruhig geworden um uns. dafuer gibt es mehrere (gute?) gruende. auf keinen fall hat es damit zu tun, dass wir euch in irgendeiner art und weise vernachlaessigen wollen oder gar vergessen haben. ihr seid eigentlich immer bei uns. doch der STRANDmodus scheint ein ganz anderer zu sein, als der im norden. wir muessen nicht mehr all die kulturellen eindruecke (sowohl positiv als auch negativ) verarbeiten, sondern lassen einfach nur die natur auf uns wirken und uns durch die tage und momente treiben. zumindest temporaer ist das ein wunderbares privileg. aufstehen (wann man moechte), fruehstuecken (auf was man lust hat) und dabei den affen beim durch die baeume huepfen zuschauen, und immer so weiter.

ein weiterer grund fuer unsere blog-absenz war die tatsache, dass ich voruebergehend schlicht sprachlos war. voellig unvermittelt wurde mir (telefonisch) vor knapp einer woche am strand von koh chang mein abschluss  verliehen (danke mama), so dass ich mich jetzt endlich magistra nennen darf. was fuer ein erwaehlter ort, um diesen moment nie mehr zu vergessen…

als es jedoch das wetter auf koh chang schliesslich nicht mehr zu liess uns durch die tage treiben zu lassen (wobei wir im woertlichsten sinn haetten treiben koennen, so sehr hat es geregnet), wagen wir die flucht ueber bangkok in den sueden. eigentlich war der plan, einen zug zu nehmen, doch die zuege in den sueden werden noch immer bestreikt, so dass wir schliesslich auf ein flugzeug nach krabi ausweichen. umwelttechnisch nicht einwandfrei, aber so schnell und problemlos und stressfrei. hier im kletter- (fabio im himmel) und tauchparadies sind wir sofort wieder in den treiben-lass-modus verfallen. waehrend fabio trotzdem irgendwie vor energie strotzt, verbringe ich die tage damit, einfach nur zu schauen und (die kletterer und tiere und thais) zu beobachten und zu lesen und zu baden (sprich zu geniessen)…

unsere weiteren plaene bleiben sehr vage, morgen geht es zum deep water soloing (aus dem meer ragende felsen hochklettern, wobei man sich jederzeit einfach ins wasser fallen lassen kann)… und dann, wer weiss…

strandungamparadies

September 6, 2008

ko chang…

angkor w(h)at?

September 6, 2008

die tage in siem riep sind schwer zu beschreiben. die groesse und die erhabenheit dieser riesigen tempelanlagen sind schlicht nicht in (unsere) worte zu fassen. um es zu versuchen, muessten wir ein (foto)buch schreiben. 2 tage stehen wir vor tempel um tempel, immer wenn wir denken, das ist jetzt wohl kaum mehr zu toppen, lauert hinter der naechsten mauer oder riesenwurzel schon die naechste ueberraschung.

einzig die riesigen kinderscharen von bettelnden dreckigen kindern, die alles fuer eine dollar tun wuerden, machen unsere herzen immer wieder sehr schwer. besonderes gleuck haben wir mit unserem tuktuk-fahrer mr. pheuy (alias mr. bean), der uns viel von seinem leben in kambodscha erzaehlt.

leider wird aus dem dritten tempel-tag nichts, denn ich werde fuer 2 tage ans bettt gefesselt. die gemeinen stomach problems, denen in asien jeder mal begegnet, zwingen uns zu ruhe, diaet und viel lektuere. zur feier der genesung gehen wir dafuer ausfuehrlich indisch essen und lassen uns nach kambodschanischer art (khmer) massieren. traumhaft.

grenzerfahrungen

August 29, 2008

nachdem es uns endlich gelungen ist aus dem aussteigerleben der kleinen mekong inseln rueck-auszusteigen und uns zurueck in die zivilisation zu begeben und gleich dazu noch das land zu wechseln, hier ein kleiner reisebericht der anderen art. guter goffnung geht es morgens los, die grenze laos-kambodscha ist schnell erreicht, wir werden aus dem minibus geworfen und muessen diverse stempel erhalten (pro stempel 1dollar stempelgebuehr). unser gepaeck faehrt samt minibus selbststaendig an die kambodschanische grenzseite und wird dort ausgeladen. wir laufen auf der verlassenen strasse hinterher (wie in einem tarantino-film) und fragen uns, ob wir jetzt fuer immer im niemandsland bleiben muessen. kein mensch kuemmert sich um unsere kleine gruppe. an dem anderen grenzposten angekommen, werden wir wiederum diverse dollars fuer stempel etc. los und bekommen sogar ein visum. und einen neuen minibus, der viel zu klein ist fuer all die menschen und das gepaeck. so fahren wir 1 stunde durch menschenleere landschaft nach stung treng. eigentlich wollten wir da uebernachten, doch nachdem da NICHTS erkennbares ist, faehrt uns nach langer wartezeit und fuer teueres geld ein alter schaebiger bus in vielen, vielen stunden nach kompong cham. ein hoellentripp. kennt ihr das gefuehl nicht sicher zu sein, ob ihr lebend wo rauskommen wuerdet. und aussteigen nicht hilft, denn es ist die einzige moeglichkeit? der bus ist schrott und der geplatzte reifen (passiert nur in den teuren, nie in den oertlichen bussen) ist das geringste uebel. der fahrer kennt keine bremse (die hupe reicht ja) und bei nacht auch kein licht. die menschen hier machen nachts beim fahren nur licht an, wenn sie vermuten, dass da etwas sein koennte. ich habe mich sehr ausfuehrlich mit meinem schutzengel unterhalten. na ja, wir haben es ueberlebt. ein armer strassenhund jedoch nicht. den haben wir einfach ueberfahren. kein schoenes geraeusch/gefuehl.

dagegen war die busfahrt am naechsten tag eine wunderbare fahrt. mit pause und bremse und allem, was man sich mindestens wuenscht. abgesehen vom dem kriegsfilm, der im bus laeuft. warum zeigt man in einem land, in dem ein wirklich grausamer krieg grade mal 30 jahre her ist und dazu in einem bus, in dem kleinkinder sitzen, kriegsfilme? ueberhaupt, die geschichte dieses landes macht einen sehr traurig. trotzdem fuehlen wir uns in dem endlich erreichten siem riep sehr wohl und freuen uns auf angkor, die groesste tempelanlage der welt. wer uns sucht, dort sind wir die naechsten tage zu finden…

zeitL(A)OS

August 27, 2008

wir sind tatsaechlich auch irgendwo gelandet. auf don det. im nirgendwo. nach einer ueberraschend kurzweiligen fahrt im nachtbus von viantiane nach pakxe (im liegen in einer art koje, die fuer meine groesse geradezu perfekt war, ueberhaupt bin ich endlich mal nicht die klein(st)e hier), beschliessen wir, uns weitere staedte zu sparen und direkt weiter zu den 4000 inseln zu fahren. hier ist der mekong bis zu 14 kilometer breit, und in der regenzeit gibt es wohl nur halb so viele inseln. 3 der 4000 sind wirlich bewohnt und wir waehlen eine der zwei kleineren. DON DET. eigentlich sind nur 2 naechte geplant, doch nun werden es wohl mindestens 4. wir bleiben haengen. in der kleinen bambushuette ueber dem mekong, in der haengematte, in unseren buechern und gedanken. und beschliessen vietnam vietnam sein zu lassen. und statt dessen die tage hier zu geniessen und die zeit sowie den fluss an uns vorbei ziehen zu lassen. ausser uns sind kaum touristen da, strom gibt es ab und zu aus dem generator (bis 21.30), dann bleibt nur noch kerzenlicht und schlafen.

einen tag fliegen wir trotz der hitze tatsaechlich aus, um mit dem fahrrad die nachbarinsel zu erkunden. auf einem kleinen bootstrip (in einer nussschale auf dem mekong) haben wir sogar die gelegenheit ein paar der seltenen und bedrohten irrawaddy delphine zu beobachten. der aussichtspunkt befindet sich zu unserer ueberraschung schon auf kambodschanischen gebiet und gibt uns einen vorgeschmack auf unser naechstes reiseziel. als wir gestern abend vom essen nach hause kommend in unsere kleine huette kletteren, ist diese im wahrsten sinne des wortes schon besetzt. von 1000en von termiten. also bei kerzenlicht packen und umziehen. in den pinken nachbarbungalow nr. 5. die termiten waren ein geschenk des himmels, denn der neue bungalow hat ein blechdach (und kein strohdach), so kann uns auch das starke naechtliche gewitter nichts anhaben. die (reise-)goetter sind scheinbar mit uns.

morgensonne

abendsonne


VANG VIENG

August 23, 2008

in ganz laos gibt es eine reiseagentur, die sich GREEN DISCOVERY nennt und auf so genannten oekotourismus spezalisiert ist. NACHHALTIGKEIT und schutz und foerderung der lokalen projekte werden hier gross geschrieben. wir buchen eine eintaegige kajaktour entlang der berge und bekommen ein wunderbares programm bestehend aus kajaken, in hoehlen laufen und schwimmen (!), frisch gegrilltem mittagessen am fluss inklusive spiel mit den dorfkindern und zuletzt noch sogenanntem swinging (an einem seil ueber dem fluss schwingen und sich irgendwo fallen lassen). vang vieng ist wunderbar. diese kulisse.

leider verbringen viel zu viele junge traveller ihre zeit damit, sich ueber tage in den zahlreichen bars zu betrinken und laut musik zu hoeren. und dabei noch fernzusehen. sehr sehr seltsam. koennen die sich nicht einen platz suchen, der nicht soviel energie ausstrahlt und unbedingt erhalten bleiben sollte?

apropos schattenseiten des reisen: gerade sind wir in vientiane, der hauptstadt von laos, die wirklich kaum ausstrahlung hat (allein im alten kloster finden wir die vermisste atmosphaere des nordens und etwas ruhe).

wir sind gespannt, was kommt und entfliehen noch heute.


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